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Apr 2014

Wie lange lässt sich der Weltenergiebedarf durch Kernkraft decken?

Energiegewinnung aus Kohle war ein wesentlicher Eckpfeiler der Industrialisierung. Ab Mitte des letzten Jahrhunderts wurde dann die Kernkraft im großen Maßstab zur Energiegewinnung genutzt und galt einige Jahre als die Lösung für die Zukunft. Heute ist aufgrund der fortgeschrittenen Materialkunde und der technischen Möglichkeiten eine Nutzung weit größerer Ressourcen wie Wind und Sonne ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller.

Natürlich ist es auf den ersten, verschleierten Blick billig unsere Erde zu verbrennen und einige wenige Energiekonzerne schöpften Jahrzehnte lang unglaubliche Profite daraus. Die Lobbyisten dieser Konzerne kämpfen heute mit sehr viel Geld dafür, dass die Energiewende nicht als das wahrgenommen wird, was sie wirklich ist – als Chance. Vielleicht sogar die derzeit einzige Chance, die wir in Deutschland haben – sofern wir uns von der umweltvernichtenden und in den Gesamtkosten teureren fossilen Energieversorgung lösen wollen.

In der Mitteldeutschen Zeitung ist zu lesen, dass der Kieler FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki eine Renaissance der Atomenergie in Deutschland bei einem Scheitern der Energiewende bis 2020 nicht ausschließt. Zwar sagt er, dass er der letzte sei, der für längere AKW-Laufzeiten plädiere, aber wenn die Energiewende bis 2020 nicht gelingen sollte, sei ihm Strom aus Atomkraftwerken lieber als aus Braunkohlekraftwerken.

Mal abgesehen davon, dass die Kernkraft durch uns Menschen nicht in Gänze beherrschbar ist und der Teil der Nichtbeherrschbarkeit meist verheerende Auswirkungen hat, braucht man dafür auch einen Energieträger – Uran. Selbst wenn man den optimistischen Fall annimmt und sehr spekulative Uranvorkommen hinzurechnet, die nur unter unglaublich hohem technischen und finanziellen Aufwand möglich wären, reichen diese noch ca. 160 Jahre, sofern man diese in den bereits bestehenden Anlagen verbraucht. Nachzulesen in einem wissenschaftlichen Bericht des Deutschen Bundestages.

Hier mal eine kleine Rechnung für all die Zweifler, die die Energiewende nicht mit dem nötigen Elan angehen wollen und versuchen für ein paar Euro mehr das unvermeidliche noch 20 Jahre hinauszuzögern.

1. Die heute bekannte Reichweite des Urans beträgt ca. 160 Jahre.

2. Die Stromproduktion von Kernkraftwerken betrug im Jahr 2012 2.346 Mrd. kWh (http://www.iwr.de/news.php?id=25336 bzw. http://www.kernenergie.de/kernenergie/themen/kernkraftwerke/kernkraftwerke-weltweit.php

3. Dies sind nur 1,67 Prozent des heutige Weltenergiebedarfs in Höhe von 140 PWh/a ( http://de.wikipedia.org/wiki/Weltenergiebedarf), was gleich 140.000 Mrd. kWh sind.

4. Würden wir  also den Energiebedarf der Welt (sofern dieser nicht weiter wächst) mit Kernkraft decken wollen, müsste man ca. die 60-fache Kernkraftwerksleistung gegenüber heute errichten.

5. Wenn die Uranvorkommen also ca. 160 Jahren für den heutigen Bestand reichen, dann reichen sie für den 60-fachen Bestand keine drei Jahre – ein vollkommen absurdes Ergebnis. Würden zusätzlich alle Menschen weltweit einen Energiehunger wie wir Europäer entwickeln, dann käme man nicht einmal mehr auf ein Jahr Reichweite.

An all diejenigen, die es bis jetzt noch nicht verstanden haben – es gibt keinen Plan B. Wir können uns in Deutschland, sofern wir uns nicht zu Jägern und Sammlern zurück entwickeln wollen, nicht auf fossile Energieträger verlassen. Unser Land ist nicht gesegnet mit Rohstoffen, wir sind abhängig von Importen. Wir haben aber, wie alle Länder dieser Erde, Sonne und Wind. Wir haben darüber hinaus kluge Köpfe und fleißige Handwerker. Wir verfügen über die nötigen finanziellen Mittel. Die Energiewende ist alternativlos und auch wenn es die Lobbyisten der alten Generation zwar wissen, aber niemals aussprechen würden – auch volkswirtschaftlich die vernünftigere Alternative. Lesen Sie mehr dazu im nächsten Blogbeitrag.

Kategorie: Allgemein, Energiewende

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