Was wir bisher über die Lage in Fukushima wissen:
In Fukushima ist Plutonium im Boden gefunden worden: das deutet auf Freisetzung von strahlendem Material aus zerstörten Reaktoren hin
Mindestens in einem Reaktor ist der Kern geschmolzen
Die Kühlung der Reaktoren von aussen ist nach wie vor wenig erfolgsversprechend, weil das Wasser nicht zum Kern vordringt
Die Kühlung der Reaktoren mit Meerwasser hat, wie zu erwarten war, zu einer Verkrustung mit Salz geführt, welche die Kühlung zusätzlich erschwert
Im Kontrollraum gibt es zwar wieder Licht, aber mehr auch nicht – alle Aggregate sind ausgeschaltet oder ausgefallen
Immer wieder sorgen Brände und Strahlungsunfälle für einen Stopp der Rettungsarbeiten
Im Keller des Turbinenraums von Reaktor 2 ist eine Strahlenbelastung von mehr als 1 Sievert pro Stunde nachgewiesen worden – d.h. der Aufenthalt dort führt schon nach 15 Minuten zum Überschreiten der zulässigen Strahlenbelastung von 0,25 Sievert pro Jahr
Zurzeit versuchen die bis zu 600 Helfer hunderte Tonnen radioaktives Wasser aus dem Atomkraftwerk abzupumpen, damit überhaupt wieder ein Mensch die Anlage betreten kann
Stark radioaktiv belastetes Wasser ist bereits ins Meer gelangt
Da die Räume um die Reaktoren nicht begehbar sind, gibt es keine genauen Lagebeschreibungen
Der erneute Austritt von Jod-131 deutet auf weiterhin im Gang befindliche Kettenreaktionen hin – mit allen Gefahren für plötzliche Temperaturanstiege oder Explosionen
Viele Menschen arbeiten unter Einsatz ihres Lebens an der Sicherung der Reaktoren – gleichzeitig veröffentlichen die beteiligten Firmen und Behörden immer nur das, was ohnehin offensichtlich ist.
All das lässt sich in einem Satz zusammenfassen:
Japan braucht jetzt die Unterstützung aller Staaten, die über Erfahrung und Mittel zur Bekämpfung von Reaktorunfällen verfügen, um die größte Reaktorkatastrophe, die es je gab, noch verhindern zu können.



