Als Ende Herbst 1992 das erste Fundament für eine Micon M750 mit 250 kW (Jahresertrag 0,45 Mio. Kilowattstunden) im Windfeld Uckermark gegossen wurde, welche dann am 2.7.1993 errichtet wurde, gab es bereits die ersten Pläne für den vollständigen Ausbau des Windfeldes Uckermark – allerdings noch mit Anlagen bis zu 500 kW Leistungsfähigkeit bei 40 Metern Rotordurchmesser und 1 Mio. kWh Jahresproduktion. Als dann 1994 die ersten 500-kW-Anlagen auf 40 Meter hohen Türmen ans Netz gingen, trafen wir Ingenieure uns am Turmfuß – und nicht wenige meinten, daß wäre das Beste, was die Windkraft auf absehbare Zeit hervorbringen könne.
Nur vier Jahre später begann der Bau der ersten Anlage mit einem einhundert Meter hohen Turm, 1.500 kW Leistung, 66 Metern Rotordurchmesser und einer Jahresproduktion von über 3 Mio. Kilowattstunden… so kann man sich irren.
Heute, 2010, steht der Bau der ersten Anlagen mit einem Rotordurchmesser von 112 Metern bevor, deren 3.000 kW Nennleistung bis zu 9 Mio. Kilowattstunden ernten werden. Das ist das 20-fache des Ertrages der ersten Anlage. Und voraussichtlich wird die nächste Anlagengeneration bereits die 40-fache Produktivität erreichen. Das entspricht einer Zunahme der Leistungsfähigkeit von über 20% pro Jahr.
Diese Entwicklungsgeschichte ist in der Energiewirtschaft bisher einmalig. Während meiner Tätigkeit beim Kraftwerksbau Anfang der 90´er Jahre erzählte mir mein Hauptabteilungsleiter häufig von seiner Arbeit zwischen 1950 und 1980, als die Leistungen der Kohlekraftwerke durch immer größere und bessere Anlagen verzehnfacht wurden – eine erstaunliche Lebensleistung in so kurzer Zeit. Wenn ich aber nun zurückschaue auf nur 15 Jahre Windenergie, sehe ich, daß die Leistungsfähigkeit der Anlagen bereits um das 20-fache gestiegen ist und es ist kein Ende in Sicht.
Diese erstaunliche Entwicklung bedeutet für mich, daß jeder Euro, den wir heute noch in vergangene Technologien investieren, verlorenes Geld ist. In kurzer Zeit bereits werden wir in der Lage sein, die riesigen Energiemengen, welche der Wind uns schenkt, nicht nur in Strom zu wandeln, sondern auch in Wasserstoff zu speichern, damit Auto zu fahren und Stahl zu schmelzen. Und wir werden dafür weniger arbeiten müssen, als unsere Väter, Großväter und Urgroßväter, die an Erdöltrassen, in Kohlegruben und an Dampfmaschinen schuften mußten. Die Arbeit an einer Windkraftanlage ist dagegen fast schon ein Erholungsaufenthalt in der Natur… Möge es uns gemeinsam gelingen, diesen Weg zu Ende zu gehen.
www.renewableenergyfocus.com/view/12640/enertrag-orders-7-vestas-v11230-mw-turbines
www.windpowermonthly.com/news/rss/1030100/Vestas-receives-21MW-order-V112
http://www.vestas.com/Default.aspx?ID=10332&NewsID=2277&action=3&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter



Ich finde es echt toll zu hören, wie sehr Sie hinter dem ganzen Thema stehen. Gerade im Bereich alternativer Energien kann es nicht nur um finanzielle Faktoren gehen, da ist Leidenschaft für unsere Umwelt ebenso nötig wie der Wille, etwas zu verändern.
Weiter so!
Luise